Das iPhone 3GS
Apples iPhone 3GS, das vom gesamten Design her seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht, soll nach Angaben des Herstellers jedoch durch (aufgemotzte) innere Werte zu überzeugen wissen: So soll das neue Apple-Handy deutlich mehr können als das Vorgängermodell. Inwieweit von Seiten des Herstellers eine deutliche Verbesserung bei dem Nachfolger eines so erfolgreichen, stylischen und unfassbar hippen Produkts für notwendig erachtet wird, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Das neue Apple-Handy würde sich - da muss man kein Prophet sein - allein schon durch seinen Namen verkaufen. Wie sieht es also mit den angekündigten Verbesserungen aus? Verlässt man sich bei Apple auf den Namen seines Produkts oder lässt man den Ankündigungen Taten folgen?
Auf den ersten Blick sind die angekündigten Verbesserungen - wie bereits angedeutet - nicht zu erkennen: Auch das neue iPhone besitzt kein OLED-Display. Apple brachte keine verkleinerte Ausgabe auf den Markt, insgesamt fehlt die von manchen erhoffte Vielzahl von Modellvarianten.
Etwas enttäuschend, aber Schwamm drüber! Schließlich wurden wir lange genug dazu erzogen, wenigstens einmal im Monat auf die inneren Werte zu achten. Und - um an dieser Stelle ein wenig vorzugreifen - bei dem iPhone 3GS lohnt es sich in der Tat, nach der ersten Enttäuschung einen zweiten und dritten Blick zu riskieren: Schon bei den Telefonfunktionen findet sich die erste nützliche Neuerung: Neben der vom Vorgänger bekannten Ausstattung (GSM-Quadband, Freisprecher, dynamische Kontaktdatenbank, Favoriten sowie Kalender) glänzt das neue iPhone durch eine Sprachsteuerung, die keiner Eingewöhnungszeit bedarf und sofort überzeugt. Auch die Datenfunktionen wurden deutlich verbessert: Zusätzlich zum integrierten WLAN-Empfänger steht nun HSDPA in Phase III zur Verfügung, was zumindest in der Theorie Datenübertragungen von bis zu 7,2 MBit pro Sekunde ermöglicht.
Neben einigen netten aber für die Mehrheit nicht gerade lebensnotwendigen Erneuerungen - mit dem Kompass durch die Fußgängerzone! - besticht das neue Apple-Handy insbesondere durch eine insgesamt höhere Geschwindigkeit als das Vorgängermodell. Dem verbesserten Grafikprozessor verdankt das iPhone 3GS eine spürbare Geschwindigkeitssteigerung beim Navigieren durch das Menü sowie insbesondere beim Starten von Applikationen. Dasselbe gilt auch für das Surfen mit dem Safari-Browser.
Auch die Kamera und die Multimedia-Funktionen wissen zu überzeugen, auch wenn die Kamera trotz einer deutlichen Verbesserung noch immer nicht auf der Höhe der Zeit wirkt. Sie bleibt eine der wenigen Schwachstellen der Apple-Handys. Was die Klangqualität beim Musikhören dagegen angeht, schlägt Apple die Konkurrenz nach wie vor mit Leichtigkeit. Einzig mit iTunes muss man sich als iPhone-Besitzer anfreunden können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass für mich und iTunes in diesem Leben nicht mehr als eine tiefe Hass-Liebe möglich sein wird. Aber das ist ja immerhin etwas.
Abschließend soll das neue iPhone 3GS allen empfohlen werden, die noch kein iPhone besitzen und offen für technische Spielereien sind. Zum Umstieg auf das neue Modell würde ich trotz der Verbesserungen aufgrund des doch recht hohen Preises nicht ebenso konsequent raten.

Also ich bin mit meinem iPhone total zufrieden! Nun überlege ich aber mir noch ein iPad zu besorgen